F3F German Open 2015

Mit der Hoffnung auf viel Wind, gutes Wetter und einen anspruchsvollen gut organisierten Wettbewerb setzte ich das F3F German Open 2015 (GO) schon früh auf meine persönliche Tourliste. Das GO ist immer schnell gebucht und nach kurzer Zeit waren mehr als 60! Piloten gemeldet.

Die Insel Rügen ist halt leider etwas weit weit weg von der Schweiz und die Fahrt dorthin dauert inkl. Pausen gut 14h! Diesmal nahm ich die Fahrt alleine in Angriff. Ich richtete mein Fahrzeug praktisch ein um unterwegs ohne umzuräumen PowerNap’s einzulegen. So fuhr ich dann in aller Frühe am Mittwoch um 03:30 Zuhause los und näherte ich mich der Insel am späten Nachmittag. Auf dem Weg verlief alles gut bis kurz vor der Insel ein Auto mit SH Kennzeichen mit Lichthupe mich zu nerven versuchte. 👿 Es stellte sich heraus dass es sich beim „Drängler“ um den Kollegen Markus Meissner handelte welcher mit seiner Familie inkl. Hund die Ostseeinsel anpeilte. Wir unternahmen dann auch sogleich ein erstes Sightseeing miteinander auf der Insel. 🙂
Am Donnerstag war dann Wind mit 7-8 m/s aus West angesagt. Markus und ich fuhren gegen 10 Uhr dann auch gleich zum „Turbulator“ bei Dranske um noch etwas zu trainieren. Tja, da waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Ich konnte insgesamt 3×5 Minuten die Kante in Anspruch nehmen mehr lag bei den vielen Trainingswilligen nicht drin. Leider knallte ich dabei kurz nach dem Start noch eine E2 in die Steine am Strand. Analyse – falscher Modellspeicher angewählt! 😳
Es zeigte sich schnell dass meine Linie am Turbulator und meine Starts kaum für schnelle Zeiten ausreichen. Andere machten das deutlich besser. Aufgefallen war mir beim Training David Stary welcher als Turbulatorneuling erstaunlich schnell eine sehr gute Linie traf.

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Freitag erster Wettbewerbstag
Zu erwarten waren wieder 7-8 m/s Wind aus West, also fliegen in Dranske.
Briefing war um 9:00 beim Rügenhof. Als Novum verkündete der Veranstalter dass die Rundenergebnisse am Wettbewerbsplatz über ein lokales WLAN zur Verfügung gestellt werden sollten. Die Idee war dass die Teilnehmer mittels Tablett-PC bzw. Smartfon, Wlancode, URL, Browser, Acrobat Reader sich auf dem Platz in ein 5 GHZ WLAN einzuloggen und nach einigen Handgriffen bzw. Streicheleinheiten über ihrem Touchdisplay die Rundenresultate zu lesen bekommen.
Die erste Runde wurde dann effektiv um viertel nach 10 Uhr gestartet nachdem das umfangreiche Equipment und der Wettbewerbsplatz eingerichtet waren. Die Freude als Erster der 54 anwesenden Piloten zu starten bekam Wolfgang Lehmann. Schnellster in dieser Runde war Andreas Herrig mit einer 46-iger Zeit, Langsamster Hannes Plöschberger mit 73 Sekunden welcher mit Glück sein Modell behalten durfte nachdem der zuvor attackierte Busch sein Modell wieder ausspuckte. Runde 2 ging dann an Martin Ziegler dicht gefolgt von seinem Landsmann David Stary mit 46-iger Zeiten. Auch schnell unterwegs, jedoch mit einigen Kringeln versehen war Arne Finkeldey mit seinem Highlander. In Runde 3 ging Arnes Poker auf und er flog kringelfrei den Tausender und zugleich die Wettbewerbsbestzeit mit 42.20 Sekunden an die Westkante. Runde 4 ging an André Austen wiederum dicht gefolgt von Stary und Herrig alle mit 48-iger Zeiten. Andreas Herrig machte dann die letzte Runde des Tages für sich klar und holte sich damit den zweiten Tausender und den Tagessieg. Leider ereigneten sich auch unschöne Momente in Runde 5 als Hannes sein „Turn“ kurz nach dem Start falsch eindrehte, das Modell flog sogleich in den Rückraum, rammte zwei Männer auf dem Hügel um und krachte dahinter ins Pilotenlager. Zum Glück kam der Hauptgetroffene mit einer Beule am Kopf davon.
Die letzte Runde dauerte dann bis Sonnenuntergang. Der Wind war den ganzen Tag recht konstant, gegen Abend etwas abnehmend. Der Wettbewerbsbetrieb startete steil mit WLAN Hotspot und audioverstärkten Durchsagen von Einzelergebnissen. Nach ca. 2 Stunden funktionierte jedoch nur noch die Zeitmessanlage und man musste wieder zurückrudern zu gedruckten Rundenergebnissen und auf die Speakeranlage verzichten. Nicht weiter schlimm wie ich finde so sind doch Resultate auf Papier noch immer für Jedermann einfach zu handhaben und zu lesen. Markus und ich erreichten an diesem Tag keine einzige gute Zeit. Unsere Fluglinien und Startphasen reichen einfach nicht aus um am Turbulator mitmischen zu können. Die Punktezahlen zeigen es deutlich, wir waren zu langsam unterwegs, ich viiiel zu langsam.

Samstag zweiter Wettbewerbstag
Gebrieft wurde wieder um 9:00 Uhr. Wind wurde 4 m/s aus Südost erwartet jedoch erst am Nachmittag. Ein weiteres Briefing fand dann um 13:00 Uhr statt. In der Zwischenzeit hatte sich auch der Nebel über der Insel gelichtet. Gegen 15 Uhr war dann der Südosthang bei Vitt hergerichtet für den Wettbewerbsbetrieb. Antek Kania durfte einen Vorlauf fliegen um zu testen ob es schon reichen würde. Antek zeigte das es geht und die sechste Runde wurde sogleich gestartet. Markus als dritter im Starterfeld dieser Runde flog eine gute 57-iger Zeit welche bis zum Abbruch der Runde infolge Windmangels nicht getoppt wurde. Mehr als 30 Minuten frischte der Wind nicht auf und somit musste also die Runde neu gestartet werden. Runde 6 wurde in zwei Gruppen gesplittet. In Gruppe 1 entschied Christian Fiedler die Runde mit einer 54-iger Zeit für sich. Der Mann mit der wohl längsten Anreise Carlos Rivero holte sich den Tausender in Gruppe 2. Markus bekam in dieser Runde noch weniger vom eh schon schwachen Wind ab und musste sich mit einer 62-iger Zeit begnügen. Mir lief es etwas besser und ich konnte mein bestes Rundenresultat in diesem Wettbewerb buchen.
Wieder in zwei Gruppen geteilt ging es weiter mit Runde 7. David Stary flog eine sehr gute 49-iger Zeit, Platz 1 in Gruppe 1. Erster in Gruppe 2 war dann Andreas Herrig. Ich konnte mich mit einer 58-iger Zeit im Mittelfeld halten. Markus bekam dann kurz vor Sonnenuntergang nur noch schwache Luft unter die Tragflächen, entsprechend luschig war dann auch sein Flug bzw. die Zeit die daraus resultierte. Verhaltensauffällig auch an diesem Tag wieder Plöschberger welcher nach einer leichten Böe offenbar die Kontrolle über sein Modell nicht mehr hatte und mit Überschlägen seinen Flieger hinter der Safetyline hinknallte. Die Rennleitung ahndete den Verstoss mit einem Panlty. Knapp vor Sonnenuntergang war dieser Wettbewerbstag auf Rügen abgeschlossen.
Das Bankett am Abend wurde durch das späte Ende des Wettbewerbstages etwas nach hinten geschoben und gegen halb acht Abends waren dann auch fast alle im Bankettsaal des Rügenhofs versammelt. Geboten wurde ein reichhaltiges Buffet mit warmen und kalten Leckereien. Kompliment an die Organisation das war eine gelungene Verköstigung. Danke!

Sonntag
Am Sonntagmorgen wurde beim Briefing bekannt gegeben das schwacher Wind aus West zu erwarten ist. Also machten wir uns gemächlich auf nach Dranske. Um am Turbulator Wettbewerb zu fliegen bedarf es jedoch mehr als nur 3-4 m/s Wind. Genug Wind stellte sich leider nicht mehr ein so dass die Wettbewerbsleitung frühzeitig entschied den Wettbewerb für beendet zu erklären. Eine richtige Entscheidung wie sich herausstellte.

Gewonnen hat Andreas Herrig mit seinen eindrucksvollen, präzisen und schnellen Flügen.
Zweiter wurde der Rügenneuling David Stary, er hat sich dieser Aufgabe erfolgreich gestellt und sehr schnell die richtige Linie gefunden. Respect!
Dicht auf den Fersen von David konnte sich der Küstenspezi Helge Borchert den dritten Platz sichern.
GRATULATION an die Sieger!

Alle Resultate auf f3xvault…

Wir Schweizer konnten an den Küsten des Baltischen Meers nicht viel ausrichten jedoch viel lernen. Das Spiel zwischen Kantendruck und oberer Windscherung will gelernt sein, da gibt es für uns noch zu tun.
Markus Meissner, Platz 27, 87.15%
Martin Ulrich, Platz 39, 82.84%

Erwartet hatte ich auf Rügen etwas mehr vom Wetter, mehr Wind, mehr Runden mehr F3F. Doch die Natur ist unser einflussreichster Wettbewerbsmacher und kümmert sich nicht um unsere Erwartungen. F3F ist und bleibt eine dynamische Angelegenheit und das ist gut so.

Fotos und Bericht: Martin Ulrich

F3F GO 2015 018

Comments (5)

  1. Danke Martin…schöner Bericht und schöne Fotos !

    Ja…dieser Wettbewerb hat richtig genervt…und…das ich meine das ist gut so ! Die Küstenfliegerei ist halt doch ganz anders als das was wir hier so machen. Nicht besser aber eben anders.
    Für das „frontside DS“ fliegen braucht es einen komplett anderen Flugstil und auch andere Einstellungen.
    Weniger Höhenruder… weniger Snapflap….etc.
    Dieses müssen wir zunächst erlernen darum war das ein für mich wichtiger Ausflug…

  2. Der Bericht spiegelt sehr gut die prägenden Ereignisse der 3 spannenden und ereignisreichen Tage wider.
    Der Versuch mit dem WLAN wurde am ersten Tag super durchgezogen. Aufgrund von Ausfällen ging das dann leider nicht mehr, jedoch waren die Ergebnisse dafür recht fix online zu sehen. Aber wie sagt man: beim ersten Mal tut es noch weh. Das nächste Mal wird also deutlich reibungsfreier.

    Vielen Dank für die Mühe und die super Bilder!

    Viele Grüße aus Hanstholm
    Erik

    PS: Vielleicht freuen sich Andreas über ein A und Wolfgang über ein weiteres N in ihren Namen ;).

    • Danke Erik fürs Feedback! Habe soeben die angebotenen Buchstaben eingestellt 😉
      Viel Spass und gut Wetter in Hanstholm!

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