F3F FAI Lemoncello Cup 2017, Col de Tende (F/I)

Letztes Jahr waren es vier SWISS PILOTS, dieses Jahr lockte der Lemoncello Cup acht Piloten an den Pass zwischen Frankreich und Italien. Am Donnerstag 13. Juli Nachmittags traf man dann auch schon die ersten Swiss Pilots am Col de Tende um sich „warm“ zu fliegen. Es war ein schöner Nachmittag bei etwas Wolken. Der Wind wehte von der italienischen Seite an den Hang die meisten flogen am Nordslope, Markus und ich fröhnten dem Sportsflying beim Fort an der Nordseite. Gegen Abend drückte genug Thermik von Süden nach um den bereits schwachen Nordwind zu verdrängen. So konnte jeder noch ausgiebig am Südhang seine Flieger der Höhenluft anpassen. Aus Deutschland kamen ganz Neue, nicht Piloten, neue Fluggeräte. DEVICE (Weberschock Development) und MATRIX (Christian Fiedler gebaut MiBo) Tobi und Thorsten versuchten dann schon mal im Synchronflug den MATRIX gegen den FS5  antreten zu lassen.

FREESTYLER 5 vs. MATRIX

Tag 1

Am Freitag war zwischen 9 und 10 Uhr einschreiben. Es gab wie jedes Jahr ein nettes Giveaway, dieses Jahr bekam jeder einen LiXX-Tester. Der Start des Wettbewerbs schleppte sich etwas dahin. Runde 1 am Nordhang bei 4-6 m/s zeigte schon eine beachtliche Wetterbandbreite was sich in den geflogenen Zeiten auch deutlich manifestierte 38 – 57 Sekunden! Peter WÜRMLI bekam von uns Schweizern das beste Wetter und flog mit 39.03 sein bestes Rundenresultat an diesem Wettbewerb. Der Rest von uns Schweizern verteilte sich dann über die gesamte Bandbreite bis zum letzten Rundenplatz. Runde 1 ging an den Spanier Iñaki ELIZONDO. In Runde 2 lies der Wind schon etwas nach und die thermischen Einflüsse bestimmten noch krasser über Sieg und Niederlage, die Zeiten jetzt von 39 – 72 Sekunden! Die ersten Nuller wurden auch schon kassiert, die Rennleitung ahndete die AntiDiving Rule konsequent. Thomas WÄCKERLIN flog für die Eidgenossen in dieser Runde auf den 2-ten Platz gefolgt von Eberhard ROSEMANN welcher auch vom Wetterglück gesegnet wurde. Gewonnen hatte diese Runde der Franzose Pierre Rondel.
Nach Diskussionen und Abstimmungen wurde beschlossen dass mindestens 6 m/s Wind an diesem Nordhang anstehen sollten um weitere Runden zu starten. Dies war somit auch gleich ein Rundenkiller da keine 6 m/s mehr an diesem Tag zu Stande kamen. Also war Sportsflying angesagt für den Rest des Tages.
Hier eine persönliche Anmerkung. Ich finde es ein Unding an Wettbewerben Abstimmungen über Wettbewerbsparameter wie Windgeschwindigkeiten und Flugzeiten abzuhalten. Ein Wettbewerbsleiter kann ja durchaus Meinungen einholen oder sich mit der Juri besprechen, doch Schlussendlich soll er durch sein Urteil eine Entscheidungen fällen. Die ganze Abstimmerei war Schlussendlich vor allem vergeudete Zeit für einen Fehlentscheid.

Briefing

Tag 2

Früh für Lemoncello Verhältnisse wurde der Start auf 9 Uhr angesetzt. An Wind fehlte es nicht doch der Nebel stand an diesem Morgen zu dicht an den Bergflanken um ein F3F Rennen starten zu können. Da blieb ja genug Zeit für eine weitere Abstimmung. Man hatte erkannt das die 6 m/s unteren Limits doch nicht so gut für den Wettbewerb sind. Also wurde uns angeboten über eine neues Limit von 5 m/s abzustimmen, was auch glatt durch ging. Letzte Runde des Tages wurde auf 18 Uhr angesetzt.
Bis kurz vor Mittag verzog sich der Nebel und erste Thermik bildete sich bereits als Runde 3 gestartet wurde. Selbes Bild wie am ersten Tag, Thermal-BINGO.
Martin KOPP zog das begehrte Los und konnte mit 976.88 Punkten sein bestes Rundenresultat erfliegen. Das restliche SWISS PILOTS Feld verteilte sich wieder gleichmässig bis nach hinten. Gewonnen hatte diese Runde der Tscheche Miroslav TRSEK. Runde 4 ging an den Norweger Espen TORP. Philippe LANES kassierte seinen zweiten AntiDiving Nuller! Die Rennleitung drückte dieses Jahr bei Landsleuten kein Auge zu und ahndete jedes Vergehen korrekt. Auch Runde 4 von 37 bis 55 Sekunden beim Schlussendlich Zweitplatzierten Sebastien LANES war alles möglich. Kommt drauf an welches Wetterglück dich mitbestimmt.  In Runde 5 fräste unser neuer SWISS PILOT Andreas BOEHLEN mit 36.42 Sekunden Wettbewerbsbestzeit in den Nordhang am Colli di Tenda. Resu flog angriffslustig die Thermik perfekt aus. Gut gemacht! Ausnahmsweise muss auch mal Pierre Rondel durch den Dreck und holte sich in dieser Runde seinen Streicher auf Platz 30.
Nach der 5-ten Runde kam vorerst keine weitere Runde mehr zustande, die Bedingungen waren zu schwach um die geforderten 5 m/s einzuhalten. Sportsflying, Fotos machen, rumquatschen etc. etc……warten auf bessere Zeiten.
So um 17:45 begann denn ein emsiges Treiben seitens der Rennleitung und es wurde zum Start von Runde 6 aufgerufen. Als ich zur Startstelle ging viel mir auf, dass von der Westflanke des Pilotenlagers kaum noch Leute auf dem Platz waren. Fast alle Tschechen und Slowaken wie auch die hälfte unserer SWISS PILOTS waren verschwunden. Keine Zeit um darüber nachzudenken flog ich als einer der frühen Starter dieser Runde mit einer mittleren Rundenzeit von 55. Diese Runde war wohl, bis auf wenige Ausnahmen, von den Bedingungen her die ausgewogenste was man dann auch gut an den Punktzahlen rauslesen kann. Gewonnen hat diese Runde Sabastien LANES vor Markus MEISSNER. Die Runde war dann auch entsprechend schnell zu Ende da ganze 10! Piloten den Start verpassten. Legendär. Warum genau die Piloten den Platz verliessen ist mir eigentlich bis heute noch ein Rätsel.
Aufsteiger des Tages war Andreas BÖHLEN er machte viele Plätze nach vorne gut und platzierte sich zu Samstagabend auf den zweiten Platz.
Am Abend gab es dann in Tende wieder ein kulinarisch und gesellschaftlich schöner Abend beim Bankett.

Martin KOPP, JEDI Lift

Tag 3

Kurz nach 9 Uhr wurde Runde 7 gestartet. Pierre RONDEL gewinnt diese Runde welche recht ausgeglichene Verhältnisse lieferte. Markus MEISSNER war bester Schweizer und Res konnte durch einen missglückten Start erst gar nicht ins Geschehen eingreifen. Runde 8, wieder gewinnt Pierre RONDEL. Eberhard bekommt nochmal richtig gute Luft und fliegt auf Platz drei. Die Bedingungen wieder mehr wechselhaft Zeiten von 40 bis 65. Ich selber mach in perfekter Luft einen kapitalen Verwender welcher mich min. 6 Sekunden kostet. ArrGGHhh!  Martin KOPP muss einen zweiten Nuller kassieren, diesmal war er auf dem Platz doch die AntiDiving Rule schnappte zu. ArrGGHhh! Runde 9 ging an Sigi SCHEDEL mit einer Zeit von 42.28. Moritz HÄNSLI macht in dieser Runde den besten SWISS PILOTS Platz die meisten Anderen von uns stellen sich ganz weit hinten an. Runde 10 die vorletzte gewinnt der Weltmeister Thorsten FOLKERS vor Pierre RONDEL. Letzte Runde geht an den Spanier Iñaki ELIZONDO vor Pierre RONDEL. Thomas WÄCKERLIN von uns Schweizern kann nochmals ein paar Punkte gut machen.
Am letzten Tag kam es dann noch zu einem Zwischenfall mit der Landbesitzerinn offenbar wurde die Nutzung des Nordhangs zu wenig genau Abgeklärt. „Papa“ Cohen scheint jedoch über ein äusserst geschicktes Verhandlungstalent zu verfügen, es gelang ihm eine aufgebrachte italienische Bäuerin zu besänftigen. Respekt!
Die Veranstalter machen ihren Job von Jahr zu Jahr besser. Highlight dieses Jahr, wir durften in schöner Kulisse mit ausflaggung fliegen 🙂
DANKE!

Flags

Der Name Pierre RONDEL ist nun in diesem Bericht am meisten vorgekommen, er gewinnt diesen Wettbewerb mit klarem Vorsprung. Nun denn, man kann sagen Pierre hatte oft gute Luft und selten schlechte, das stimmt. Doch Pierre RONDEL verstand es an diesem Wettbewerb immer das möglichst Beste rauszuholen, Situationen in welche Pierre Punkte abgibt sind rar.  Pierre RONDEL fliegt wenn möglich immer den kürzesten Weg und dies mit einer unheimlichen Präzision an den Wenden. Um präzise an den Wenden zu sein muss man aber auch möglichst nahe am Hang sein, weit draussen präzise auf den Wenden zu sein ist viel schwieriger. Wenn auch immer Pierre eine Möglichkeit sieht nahe am Hang zu fliegen so macht er das auch. Pierre versteht es hervorragend die aktuelle Situation einzuschätzen um sofort das richtige zu tun. Chapeu Pierre, bien fait!

Pierre RONDEL

1. Platz Pierre RONDEL, F
2. Platz Sebastien LANES, F, 94.29%
3. Platz Iñaki ELIZONDO, E, 93.15%

Alle Resultate auf f3xvault…

Sicher, am Col de Tende beherrschen thermisch Einflüsse das Geschehen massgebend, doch ist dies nicht der einzige Grund ein Rennen zu verlieren. Wer zu „diven“ beginnt muss auch kalkulieren ob es zum Schluss noch reicht. Wer weit draussen fliegt ist i.d.R nicht präzise auf den Wenden. Wer diagonal zum Kurs einfliegt oder den ganzen Lauf so fliegt, fliegt weitere Wege, braucht mehr Zeit, gibt Punkte ab. Nachdrücken ist schlecht, Verwender ein NoGo, zu früh den Platz verlassen auch. Nach diesem Wettbewerb wird mir klar das wir SWISS PILOTS noch so einiges korrigieren können. Am erfreulichsten ist für mich Res BÖHLEN, er machte keinen der obengenannten Mätzchen und verstand es schnell wie man zu fliegen hat am Col de Tende. Gut gemacht Res.

Andreas BÖHLEN

SWISS PILOTS

Lemoncello 2017 war für mich insgesamt ein toller Event. 8 SWISS PILOTS am Start das erfreut mich ganz besonders! Auch interneationale Wettbewerbe gewinnen für uns zunehmend an Bedeutung. Nicht nur die Anzahl der Piloten hat sich gesteigert auch das fliegerische Niveau unter den SWISS PILOTS ist gestiegen. Super Sache! Auch zwischen den Rennzeiten macht es immer wieder Spass! 🙂

Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Wettbewerbe, bis bald…

Martin ULRICH

Alle Bilder in FullSize und FullRes. ….hier https://photos.app.goo.gl/iE7mZyWckc8fYrPP2

und noch mehr Bilder von Martin KOPP ….hier https://photos.app.goo.gl/8UHzGBBlKKsijUY13

 

 

Comments (7)

  1. Vielen Dank für den schönen, interessanten Bericht!
    Da lockt es doch sehr stark, einmal mit zum Lemoncello zu kommen 🙂
    LG
    Kurt

  2. Danke Martin ! Schön zusammengefasst.
    Hätte auch problemlos viel weiter hinten sein können.
    Trotzdem immer eine Reise wert der Col de tende.

  3. Hallo Martin,

    auch von mir mal wieder vielen Dank an dich und alle Swiss Pilots für die klasse Berichterstattung, die tollen Bilder und den herzliche Zeit am Hang 🙂

    Tobi

  4. Mal schauen, ob ich nächstes Jahr auch teilnehme. Der Bericht macht gluschtig..
    Schöner Bericht. Danke Martin!

    Peter

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