Welsh Open 2014 – Sonne, Wind & Curry

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Ja, ich habe gewonnen und ja ich freue mich wirklich sehr darüber. Für mich selber und auch für F3F in der Schweiz. Zeigt es doch, dass es auch für uns möglich ist, international ein Wörtchen mitzureden, wenn eine handvoll Talent , der Wille sich zu verbessern,  auch bei Rückschlägen weiterzumachen und das nötige Quäntchen Glück vorhanden ist. (Das war es jetzt mit der Selbstbeweihräucherung)

Wie jedes Jahr seit 2009 machten sich 2/3 von Mickey’s Massive (Joel West und ich) am Freitag morgen in aller Herrgottsfrühe auf den Weg nach Südwales um – wie auch meistens – von dickem Nebel auf dem Bwlch begrüsst zu werden. Auf der positiven Seite ist aber zu vermerken, dass es trocken war, Wind wehte und die Vorhersage Besserung bezüglich des Nebels versprach. Gegen Mittag lichtete sich der Nebel auch wie versprochen nur leider verabschiedete sich auch der Wind zu guten Teilen aber nicht komplett. So wurde der Kurs am ‘Mighty Wrecker’ aufgestellt und Kevin Newton hatte als Nummer 1 die Ehre das Welsh Open 2014 zu eröffnen. Der Wind pendelte konstant zwischen 3 und 5 Metern und die vorbeiziehenden Auf- und Abwindfelder versprachen eine schöne Lotterie. Ich selber durfte als Nummer 10 ran. Greg Dakin (The Dark Lord) und Marc Treble unmittelbar vor mir hatten sehr gute thermisch unterstützte Bedingungen und flogen eine 47.xx (Greg) und eine 46.xx (Marc). Mit etwas gemischten Gefühlen ging ich an den Start – steht der Bart noch oder habe ich die Gesäss-Karte gezogen? Für ordentliches pumpen waren die Bedingungen definitiv zu schwach so dass ich – wie alle anderen auch – ganz klassisch hinter der A-Wende auf Thermiksuche ging und wie gehofft und anders als befürchtet stand der Bart immer noch am Hang. Mit der alten F3F Weisheit im Hinterkopf “Man kann einen Wettbewerb nicht in der ersten Runde gewinnen jedoch durchaus verlieren” flog ich mit etwas Sicherheit in den Wenden eine gute 48er Zeit. Im weiteren Verlauf der Runde wurden die Bedingungen je länger je schwächer, Re-Flights häuften sich (wir beschuldigten natürlich die WM Teilnehmer Thornton und Newnham die Bedingungen aus der Slovakei mitgebracht zu haben) und irgendwann war die Runde für länger als 30 Minuten unterbrochen. Die Veranstalter entschieden sich, für Group Scoring in 2 Gruppen. Glücklicherweise frischte der Wind nach ca. 1h Warten wieder etwas auf und mit Ach und Krach konnte die ganze 2te Gruppe auch noch ihre erste Wertung erfliegen. Sieger der ersten Gruppe war Mark Treble mit seiner 46.xx, Sieger der Gruppe 2 Simon Thornton (einer der grossen Favoriten) mit 51.xx. Ein Tag eine Runde, nicht sehr vielversprechend und die Prognose für Samstag versprach auch nicht gerade galaktische Bedingungen….

Klassement nach Tag 1 – 1 Runde (Top Ten)

1 Mark treble 1000.00
2 Simon Thornton 1000.00
3 Greg Dakin 982.82
4 Stefan Bertschi 965.83
5 Tony Livingstone 925.48
6 Daniel Schhneider 918.74
7 John Philips 918.56
8 Mike Evans 917.48
9 Iñigo Herrera 903.26
10 Andy Burgoyne 900.42

Samstag – ‘Gestärkt’ durch Weissbrot Toast und dünnem Kaffee (und den Kohlehydrat-Reserven vom Vorabend) ging es wieder hoch auf den Bwlch. Der Wind hat über Nacht auf Nord gedreht ist aber leider nur marginal stärker geworden. Der Hang für Nord ist VR 98 (Viking Race 98). Mein Ziel war natürlich mich weiter nach vorne zu verbessern.

Runde 1 und 2 waren – wie bereits die Freitagsrunde – thermisch dominiert. Joel war der Glückliche in Runde 1 und flog eine 44er Zeit welche von niemandem auch nur annähernd erreicht wurde (ich 50 oder 52), Kevin gewann Runde 2 mit 46.xx (ich 50 oder 52). Kurz nach dem Start von Runde 3 bewies der Wind einmal mehr, dass er ein ganz lustiger Geselle ist und entschloss sich praktisch von einem Moment auf den anderen so richtig schön zu blasen. Sofort wurden die Zeiten generell um mehrere Sekunden besser. Dass ich praktisch am Schluss der Runde fliegen konnte war sicher kein Nachteil (am Tag 2 wurde mit Pilot 14 gestartet) und so gelang mir 40.99 der Tausender in Runde 3. Die Zeit reichte auch noch für Runde 4. Diese ging mit einer 37.74 an Mark Abbots (die schnellste Zeit des Wettbewerbes) knapp gefolgt von Martin Newnham mit einer 38.xx. Dies war Balsam auf Martins geschundene Seele nach ein einer nicht so erfolgreichen WM und auch eher schlechten (für seine Verhältnisse) Runden 1 – 3. Mein Flug in Runde 4 in Telegrammform: Pumpen – Super; Speed in der Strecke – Check; ‘Ping’ aus der Wende – Check; Wende 6 – Cut – F@#k; 45er Zeit was eine tiefe 40er hätte sein können.

Tag 2 – 5 Runden (Top Ten)

1 Simon Thornton 3812.03
2 Joel West 3744.09
3 Stefan Bertschi 3728.85
4 Andy Burgoyne 3704.29
5 Mark Treble 3697.99
6 Martin Newham 3662.12
7 Tony Livingstone 3631.90
8 Kevin Newton 3629.42
9 Dave Rumble 3620.68
10 John Philips 3617.80

Die Rangliste erreichte uns als wir alle gemütlich bei englischem Nationalgericht und Nationalgetränk (Curry & Bier) sassen. Für die Top Ten war – sollten es am Sonntag noch ein paar Runden geben – noch alles offen. Ich hätte mich wegen meines Cuts in den Allerwertesten beissen können und bestellte noch ein letztes Bier J (Ein sehr weiser Mann sagte einmal ‘Alkohol ist die Quelle all unserer Probleme und deren Lösung’ J).

Intermezzo:
Geflogen wurde so das Meiste was es momentan käuflich zu erwerben gibt. Freestyler 3, Freestyler 4 und Kombinationen davon, Radical Pro, Pitbull, Rosa, Shinto, Needles in allen Grössen, Viper, Aliaj, Ceres, Toxic, Stinger, Jedi, Vampire, Pike Precision, Crossover, Caldera R, Caldera, Cyril, Tanga und Willow 1 und 2. (fett das Podest)

Tag 3 – Zurück am Wrecker für den Showdown. Wie schon am Vortag war mein Ziel natürlich mich weiter nach vorne zu verbessern, dafür durfte ich Mir jedoch keine Cuts mehr erlauben. Die Sonne schien und der Wind blies mit 7 – 9 m/sek. Herz was willst Du mehr.  Alles in allem haben wir weitere 6 Runden geflogen. Ich versuche das Geschehen wieder mehr oder weniger zusammenzubringen, es ist aber durchaus möglich, dass ich nicht mehr alles exakt wiedergebe, ist keine böse Absicht und kann – wenn das offizielle Excel da ist korrigiert oder mir vorgehalten werden J

Runde 6
Martin Newnham gewann die Runde mit 40.61 – könnte noch gefährlich werden. Ich flog eine 41.18 durchaus akzeptabel. Joel war um 0.02 Sekunden schneller als ich und konnte seinen Vorsprung minimal ausbauen. Simon musste sich irgendetwas um 44/45 schreiben lassen.

Runde 7
Der 3te Mann von Mickey’s Massive hat zugeschlagen – Peter Gunning holte den 1000er mit 41.12. Keine Ahnung mehr was ich flog aber es war nicht allzu schlecht, nur war Simon leider schneller. Die Bedingungen bei Joel waren bestenfalls durchschnittlich und musste sich irgendetwas um 50 schreiben lassen sodass das der Sieg für ihn in relative Ferne rückte. Martin Newnham nahm sich mit einem monströsen Cut ebenfalls aus dem Rennen um den Sieg. Tony Livingstone flog – wie schon den ganzen Wettbewerb – wieder eine starke Runde und war wohl dabei Rang um Rang gutzumachen.

Runde 8
Keine grosse Ahnung mehr was in Runde 8 passierte. Ich hatte etwas um 43.xx, Simon wohl 46.xx, gewonnen hat Daniel Schneider mit 40.46

Es war alles grauenhaft eng an der Spitze. Es waren sich aber alle soweit einig, dass Simon und ich wohl den ersten Platz unter uns ausmachen werden, aber wer genau vorne liegt konnte niemand sagen.

Runde 9
Schocker von Simon mit 40.93 ging die Runde an Ihn. Ich konnte den Schaden mit wiederum 43.xx in Grenzen halten. Tony auch sehr stark.

Runde 10
Simon musste – wie jede Runde an diesem Tag – als erster von uns Zweien dran. Der Wind war längst nicht mehr so stark wie am Morgen und Thermik begann wieder eine grössere Rolle zu spielen. Simon zog eine Niete und musste sich in 50.xx Sekunden durch den Kurs quälen. Licht am Horizont für mich? Naja, ca. 10 Piloten vor mir gab der Wind komplett auf, und die Runde wurde für ca. 5 Minuten unterbrochen. Kevin war der erste der wieder rausgeschickt wurde und seine Zeit ging schon fast in die Kategorie ‘Bauplan’. So ging es dann auch weiter, Evans – schlecht, Bago auch schlecht (noch 3 Piloten bevor ich dran bin), Abbots – schlecht, Dakin – da regt sich doch etwas in der Luft, John Trebel – das geht ja ganz ordentlich, Bertschi sofort raus und…. Jackpot, die Runde ging mit 43.07 an mich und wichtiger Simon gab 140 Punkte ab.

Runde 11
Umgekehrte Verhältnisse. Ich quälte mich durch den Himmel und musste/durfte mir am Schluss eine 50.xx schreiben lassen. Simon ca. 45.xx und der 1000er ging an Kevin mit 39.08.

Jetzt wurde es ganz schwierig um irgendetwas vorauszusagen. Die letzte Runde war mein neuer Streicher und die vorletzte allenfalls der von Simon.

Runde 12 – wurde noch gestartet, musste dann aber mangels Wind abgebrochen werden.

Jetzt hiess es warten. Wie immer in Wales wurde die Rangliste von hinten nach vorne durchgegangen. So ca. ab Rang 5 stieg meine Nervosität langsam an. Nachdem Tony Livingston als 2nd runner up (3ter) seinen verdienten Pokal entgegennehmen durfte war ich ziemlich überzeugt, dass Simon wohl ganz knapp vor mir lag. Aber – glücklicherweise hat sich meine Überzeugung getäuscht – und ich konnte Simon noch mit einem hauchdünnen Vorsprung von 18 Punkte von der Spitze verdrängen.

Die Siegerehrung habe ich nur noch Teilweise im Kopf. Ich wurde mit Pokalen überhäuft (Eurotour/Wanderpokal/Siegerpokal) bekam eine MKS Mütze aufgesetzt und bekam zudem noch einen Satz MKS Hochvolt-Servos geschenkt – wie Weihnachten nur schöner.

Das Tüpfchen auf das I war dann aber, dass wir als Team (Mickey’s Massive) im 6ten Versuch endlich GBU schlagen konnten und die Team-Trophäe mit nach Hause nehmen durften.

Die Flut von Blech, Eisen und Carbon bescherte mir dann noch etwas Kopfzerbrechen beim Packen, aber glücklicherweise hat alles den Flug zurück in die Schweiz gut überstanden.

Fotos oder Filme habe ich keine gemacht (musste mich konzentrieren) aber ich werde hier posten, was im Netzt verfügbar ist.

Fotos Kevin: http://www.knewt.com
Fotos Simon: https://www.flickr.com/photos/125271336@N03/sets/72157647501852307/

Höhepunkte neben dem F3F Sport waren das gemeinsame Curry (30 von 37 Piloten nahmen teil!), Alula Combat und Greg Dakin beim freien fliegen.

Gruss

Stefan – F3F Swiss Pilot

 

Schlussklassement

 

1 Stefan Bertschi 9350.65
2 Simon Thornton 9332.50
3 Tony Livingstone 9123.30
4 Joel West 9120.52
5 Kevin Newton 9116.84
6 Graeme Mahoney 9061.79
7 Martin Newham 9030.86
8 Andy Burgoune 9006.74
9 Dave Rumble 8943.52
10 Martin Drewett 8845.29
11 Mike Evans 8765.82
12 Peter Gunning 8747.80
13 John Philips 8705.75
14 Greg Dakin 8689.69
15 Mark Abbotts 8650.93
16 Lazaro Martinez 8632.74
17 Mark Treble 8623.68
18 Daniel Schhneider 8604.05
19 Richard Bago 8564.40
20 Ronnie Lampe 8559.74
21 Stewart Wallace 8431.39
22 Tom McPherson 8409.51
23 Mike Shellim 8359.66
24 Jorge Medina 8209.78
25 Iñigo Herrera 8204.28
26 John Treble 8201.83
27 Mick Walsh 8196.50
28 Stefan Bernardy 8166.86
29 Rick Ruijsink 8106.00
30 Ian Mason 8045.58
31 John Edison 7976.84
32 Paul Stubley 7770.25
33 Keith Wood 7614.63
34 Jason Bioletti 7343.03
35 Pete Burgess 7232.89
36 Berrie van Roest 7082.30
37 Scott Ravenscroft 846.17

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