F3F Training Südengland / Teil2

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Bei den vorherrschenden Winden aus NW flogen wir nochmals auf dem Devil’s Dyke, wobei am Mittwoch der Wind doch sehr schwächelte und auch eher auf Westen drehen sollte. Dadurch beschlossen wir am früheren Nachmittag unsere Flieger zusammenzupacken und an den LongMan zu fahren. Bei der Ankunft herrschte absolut kein Wind. Wir gönnten uns eine kurze Verschnaufpause im warmen Auto und siehe da, der Wind frischte leicht auf. Also sofort rauf auf die SW-Bowl und raus mit den Fliegern. Durch die starke Komprimierung des Windes in dieser Bowl konnten wir einige schöne Flüge bei recht anständigem Wind machen.

Am Donnerstag hatten wir absolutes Prachtwetter und Wind aus SW – die Vorfreude stieg und wir machten uns auf den Weg nach the Birling Gap wo der Parkplatz und Ausgangspunkt für die „Seven Sisters“ ist.

ViewSevenSisters

Auf der „Aussichtsplattform bzw, Treppe welche an den Strand herunter führt, mussten wir feststellen dass der Wind doch recht stark aus Westen kann und somit recht schräg auf die Klippe auftraf. Deshalb beschlossen wir vorerst mal meinen „Angstflieger“, den guten alten Ceres erst einmal mit hoch zu nehmen und über die Klippe zu bugsieren (Anmerkung: dieser hat bereits schon seine Schwimm-Fähigkeiten bewiesen). Zu unserer Sicherheit hatte Eberhard ein Seil, sowie einen Gurt mitgebracht. Dadurch was es möglich für den Start ohne grosses Risiko bis ganz nach vorne an die Klippe zu gehen. Durch den schrägen und noch recht schwachen Wind trug es zwar noch mässig, aber es ging einwandfrei. Während Peter und Eberhard zum Auto wanderten um ihre Flieger zu holen, konnte ich mich schon mal langsam an den benötigten Flugstil für die Klippe gewöhnen. Es lässt sich dort sensationell fliegen, aber richtig schnell wird man nur, wenn man wirklich nah an der Kante ist beim eindrehen. Bei dem noch sehr ruhigen Wetter konnte man dies durch das laute klappern des Ballasts ziemlich gut erkennen. Das geklappere wurde auch sofort quittiert mit einer Geschwindigkeitszunahme in der Wende. Für die Landung kann man ca 200m nach hinten auf eine Kuppe gehen. Nach dem übersteigen eines Zaunes findet man eine riesige Landewiese mit „Golfrasen-Qualität“.
Der Wind frischte im Laufe des Tages noch weiter auf und so wurden die Flüge immer schneller und auch immer anspruchsvoller. Wenn man es schaffte die korrekte und sehr nahe an der Klippe liegende Linie zu fliegen, dann waren äusserst extreme run’s möglich – mit Garantie auf Schweissige Hände und Gejohle von hinten. Die Festigkeit der Flieger und die Fertigkeit des Piloten wurde hier wirklich auf die Probe gestellt. Die Verwirbelungen beim Landen hielten sich noch in Grenzen, leider erwischte Peter’s Pitbull eine Böe kurz vor dem aufsetzen. Dadurch wurde sein Randbogen beschädigt, d.h. ein Stück wurde richtiggehend rausgeschlagen. Wahrscheinlich hat er genau einen, von den drei Steinen in der Landewiese getroffen!

Am Freitag war das Wetter wieder eher bedeckt, aber der Wind dafür etwas stärker. Eberhard benötigte einige Zeit bis er sich wieder an die herrschenden Bedingungen gewöhnt hatte. Die Foto-Sessions die ich mit Peter veranstaltete, gefielen ihm als gar nicht. Wir hatten aber unseren Spass und bauten auch keine Schäden bei den tiefen und weit nach hinten reichenden Überflügen. Auch wollten Peter und ich unbedingt noch unsere Neuzugänge mal so richtig an der Küste prügeln. Deshalb flog er mit seinem neuen Shinto (mit neuen Servos auf der Wölbkalppe) und ich nahm den Jazz zur Hand. Auch Eberhard schaffte es nun wieder, eine saubere Linie zu finden mit dem kurzen Stinger.

Die ganze Starterei wurde am Nachmittag immer schwieriger. Plötzliche Böen von der Seite und von hinten machten es zeitweise unmöglich den Flieger kontrolliert über die Klippe zu werfen, bzw. scho sehr problematisch ihn an die Kante zu bringen. Dort galt es jeweils auszuharren und auf den passenden Moment zu warten. Beim Starten von Eberhard’s Stinger hatte ich grosses Glück, als fast eine Flügelspitze die Klippe streifte.
Ebenfalls während der Flüge war es manchmal extrem irritierend wenn einem von hinten eine Böe in den Rücken fiel und nach vorne zum Klippenrand drückte.
Am späteren Nachmittag gaben wir auf, denn die Starts wurden immer mehr zu einem Risiko und wir hatten genug geflogen für den Tag. Ohne weitere Schäden und mit vielen schönen und bleibenden Eindrücken genossen wir einige Biere.

Am Samstag, unserem letzten Tag, wurde wieder eher NW Wind von der schwächeren Sorte prognostiziert. Deshalb beschlossen wir die Wanderung auf den LongMan in Angriff zu nehmen. Wir machten jeder einen Flug auf dem NW-Hang doch der Wind wurde zunehmend schwächer und schlief dann komplett ein. Wir lagen danach ein wenig an der Sonne herum und posierten noch für einige Fotos mit Globi.

Globi fliegt immer mit !

Plötzlich konnten wir fühlen dass der Wind nun eher auf West gedreht hat und Eberhard ging zur Erkundung, in die gleich nebenan liegende „Super Bowl“ rüber. Der Wind stand ziemlich gut in der SW-Bowl, also sofort alles rübergeschleppt und rausgeworfen. Ich war zuerst dran mit dem Sonet und hatte den Eindruck dass die Luft extrem unruhig war. Das gleiche konnte auch Peter bestätigen der mit dem Shinto unterwegs war. Wir bemerkten dass der Wind ausserhalb der Bowl noch weiter gedreht hatte und schickten Peter zum Landen. Kurz darauf war der Wind ziemlich eingeschlafen.

Wir beschlossen also zum Auto zu gehen und vielleicht dem Beachy Head einen kurzen Besuch abzustatten. Auf dem Weg nach unten hatte die untere Bowl einwandfreien Durchzug, weshalb wir spontan unsere Flieger dort nochmals rauswarfen. Eberhard und ich waren bereits wieder am zusammenpacken als Peter der sich schon auf dem Weg zum Landeplatz befand, urplötzlich seinen Flieger haarscharf vor einem Steinhaufen und einem grossen Zaun hinplatzierte. Er hatte urplötzlich absolut keinen Auftrieb mehr im Hang und musste ziemlich schnell entscheiden wo er den Shinto hinpflanzen könnte. Wir mussten nun feststellen, dass der Wind plötzlich sehr schwach, aber komplett von rechts über die Bowl herein wehte. Glücklicherweise entstand bei der Aussenlandung kein Schaden und wir packten unsere Sachen endgültig zusammen.

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